Schriftsteller Ronny Weber

 

Der Nachtvogel

Ein weites Federkleid im Schatten des Mondes.
So hebt er ab, der Nachtvogel.

Schwingt sich hinauf in den Himmel.

majestätische Flügelschläge im Wind.


Schwarz und stumm zieht er seine Bahn.

Blickt hinab in den Abgrund und gleitet weiter.

Gelegentlich ein Fernglas erspähend,

von heimlichen Beobachtern.


Der Nachtvogel ist vogelfrei,

zum Abschuß freigegeben.

So meidet er den Tag.

Und sehnt die Nacht herbei.


Stolz dreht er dann seine Runden.

Nacht für Nacht. Auch über Deinem Dach.

Du kannst ihn sehen, wenn Du willst.

Aber nur heimlich. Wie die anderen.


Der Tag bricht an. Das MorgenGrauen!

Die Grausamkeit der Helligkeit.

So landet der Nachtvogel vor seinem Versteck.

Um erneut hinauszufliegen. Sobald es dunkel ist.